Beachtliche Fortschritte erzielt

Mit dabei: Diana Christina Iancu, Sopran und Joachim Ströde, Bariton. FOTO: KDW © Heiner Schultz


Gießen (kdw). Als klein, aber sehr fein erwies sich das Vorbereitungskonzert der Musikschule Gießen im Levisaal. Kandidaten für die Ausscheidung des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert präsentierten sich auf dem inzwischen erreichten Leistungsniveau. Es war eine bemerkenswerte Vorstellung, die die enormen Fortschritte dokumentierte, die die Jugendlichen gemacht haben.

Und es war ein Vergnügen für die Zuhörer.
Den Auftakt bestritten Diana Christina Iancu (14), Sopran, und Joachim Ströde (18), Bariton. Einfühlsam begleitet von Hermann Wilhelmi am Klavier musizierten sie fünf Partien aus Werken von Giacomo Perti, Mozart, Franz Abt und nicht zuletzt Emmerich Kálmán.

Sie eröffneten voller Fröhlichkeit und in guter Stimmung mit Perti. Bei Mozarts Duettino aus Don Giovanni konnten sie ihr inzwischen erworbenes Potenzial voll entfalten und zeigten in Abts »Weiß ich dich in meiner Nähe« ein liebliches gesangliches Vermögen. Mozarts Duett von Pamina und Papageno (Zauberflöte) sangen sie sehr frei und zeigten eine beherzte, sichere Intonation; die Dynamik gestalteten sie kraftvoll. Der Abräumer war schließlich Kálmáns »Komm mit nach Varasdin« (aus der Gräfin Mariza), geradezu ein Gassenhauer der Operette. Den bekamen Iancu und Ströde charmant hin, zeigten tänzerische Elemente und spielten das Werk durchaus operettenhaft an. Ihre klare Intonation und sichere Choreografie machten den launigen Titel (»meine Leidenschaft, brennt heißer noch als Gulaschsaft«) zu einem großen Vergnügen und brachten ihnen rauschenden Beifall des erheiterten Publikums ein. Topeinfall war die tänzerische Verbergung Strödes vor Iancu als Abschluss: großartig.
Konstantin A. Michael Reus, Violoncello (Juliane Reus, Klavier) präsentierte sich in gewohnt konzentrierter Form und mit präziser Handwerklichkeit. Zunächst etwas nervös musizierte er Bachs Prelude (aus sechs Suiten für Violoncello solo BWV 1007), wurde dann jedoch bei Dvoraks Rondo für Violoncello und Klavier deutlich besser und melodiöser. Den Ausdruck gestaltete er mit der erreichten Sicherheit gut und einleuchtend. Der härteste Teil für ihn war dann Stravinskys Serenata (aus der Suite Italienne). Reich an sehr diffizilen Elementen, brachte das Werk die Schwächen des jungen Solisten klar ans Licht. Bemerkenswert, wie er dennoch unbeirrt und voller Elan daran ging, sie zu überwinden. Deutlich wurde hierbei ein Talent für die narrative Spielweise, die ihm am Herzen liegt.

Premiere für Jugendchor

Mezzosopranistin Lea Schubert sang zwei Titel aus den Bereichen Pop und Musical (Klavier Gabriela Tasnadi). Zunächst »Burn« (aus dem Musical »Hamilton« von Lin-Manuel Miranda). Hier zeigte sich, was für alle Teilnehmer des Wettbewerbs gilt: Es wurden beachtliche Fortschritte erzielt. Schubert war sofort in ihrem Titel drin, zeigte plausible und kraftvolle Emotion und war auch im szenischen Spiel gut. Alice Donas »Je suis malade« kam dagegen weniger stimmig rüber und klang auch nicht so gut wie das erste Werk.

Zur Erweiterung des Rahmens für die Teilnehmer des Wettbewerbs trat dann der daran nicht teilnehmende Jugendchor der Musikschule auf. Die acht jungen Mädchen bestritten das erste Mal ein Konzert gemeinsam auf einer Bühne, und das merkte man ihnen schon an. Möglicherweise waren sie auch dadurch verunsichert, dass ihre Chorleiterin Gabriela Tasnadi nicht direkt vor ihnen stand, sondern am Klavier saß. Sie hatten ein buntes Pop-Repertoire vorbereitet und legten los mit »A million dreams« (aus »The greatest showman«). Tatsächlich kam da zum Teil richtig Schwung auf. Das wurde im nächsten Titel schon deutlich besser, indem sich der Chor zusehends einsang. Noch stimmte nicht alles, zuweilen war der Text undeutlich, aber man fand sich in die Aufgabe hinein, wobei die eine Hälfte der Mädchen deutlich lebhafter und engagierter agierte.

Die gut vorbereiteten Teilnehmer fahren dann am Wochenende nach Oldenburg zum Bundeswettbewerb.

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